Der Fluss Jangtsekiang
Jangtsekiang ist einer von vielen Namen für den längsten Fluss in Asien, der China in der Mitte durchflueßt und das Land in Südchina und Nordchina teilt. Mit einer Länge von 6380 Kilometern ist der Jangtsekiang der drittlängste Fluss der Welt, nach dem Nil in Nordafrika und dem Amazonas in Südamerika.
Der Name Jangtsekiang
Jangtsekiang ist eine veraltete Schreibweise des Namens, der eigentlich Yangzi geschrieben wird. Ursprünglich war mit dem Namen Jangtsekiang nur der Unterlauf des Flusses gemeint, er hat sich jedoch im Westen als Name des kompletten Flusses weitgehend durchgesetzt. Der Jangtse-Fluss heißt in China eigentlich Changjiang, was übersetzt einfach "Langer Fluss" bedeutet.
Regional, entlang seines mehrere tausend Kilometer langen Laufes, hat der Fluss außerdem viele weitere Namen in den jeweiligen lokalen Sprachen. So hat der Fluss in seinem Quellgebiet in der Provinz Qinghai die tibetischen Namen Tuotuo-Fluss und Dri-Chu-Fluss. Später heißt der Fluss Tongtian-Fluss ("der Fluss der durch den Himmel fließt"). Kurz vor Sichuan heißt der Fluss dann Jinsha-Fluss (Goldsand-Fluss). Kurz darau, in den Provinzen Sichuan und Hubei wird er Chuan-jiang genannt.
Der Name des Jangtsekiang war lange Zeit "Jiang". Dieser Name ist im Laufe der Jahrhunderte zu einem Wort für Fluss geworden, so dass man den Jangtsekiang dann Da-jiang (großer Fluss) nannte, bevor sich der Name Chang-jiang (langer Fluss) durchsetzte.
Schiffsfahrt auf dem Jangtsekiang
Auf jeder Chinareise ist der Jangtsekiang ein ganz besonderer Höhepunkt, und eine Bootsfahrt durch die tiefen Schluchten des Jangtse ein Abenteuer.
Umweltschutz am Jangtsekiang
Der Jangtse-Fluss ist nicht nur eine der Lebensadern Chinas, sondern auch ein großes Problem. Zum einen richten die jährlichen Überschwemmungen in seinem dicht bevölkerten Einzugsgebiet immer wieder große Schäden an. Allein im den vergangenen einhundert Jahren sind viele hunderttausend Menschen durch Überschwemmungskatastrophen entlang des Jangtsekiang umgekommen.
Wegen seines extrem großen Einzugsgebietes dauert die Hochwassersaison von Mai bis in den August hinein. Der Bau des Drei-Schluchten-Staudamms ist auch ein Versuch, das Hochwasser des Jangtsekiang besser kontrollieren zu können. Ob dies freilich erfolgreich sein wird, ist schwer vorherzusagen.
Außerdem ist der Fluss in einigen Bereiches seines Verlaufs inzwischen stark verschmutzt. Zwar spielt der Umweltschutz in China eine zunehmend wichtige Rolle, doch ist es oft ein langer Weg von der Politik der Regierung in Peking bis in die lokalen Regierungen der einzelnen Landkreise und Städte.

